10. Juni 2006 Bündner Tagblatt

Rundreise mit "Radio Ratiras" mit Klängen aus der Natur

Bei der Tankstelle bei Rhäzüns sorgt ab heute Samstag eine neue künstlerische Intervention für Aufsehen: "Radio Ratiras"

Von Matthias Rüegg

Die künstlerische Intervention des in Zürich lebenden und in Rhäzüns aufgewachsenen Soundkünstlers und Musikers Anselm Caminada geht die Rhäzünser Tankstelle noch einmal mit völlig anderen Mitteln an: Seit Jahren sammelt der Künstler in seinem Herkunftsort Geräusche.

Heute Vernissage

Für seine Intervention "Radio Ratiras" hat sich Caminada nochmals neu auf das unmittelbare Umfeld der Tankstelle konzentriert und seine Sammlung erweitert. Die Vernissage findet heute Samstagabend, 10. Juni, um 19 Uhr statt. Die geräusche werden über einen Minisender in komprimierter Form zurück in die Herkunftsumgebung ausgestrahlt. Die Sendung kann auf Radios in der näheren Umgebung empfangen werden. Besucher, welche mit einem portablen Empfänger ausgerüstet sind, können sich frei in der Umgebung rund um die Installation bewegen. Als Sendestudio dient ein bei der Tankstelle parkierter Wohnwagen, der nur minimal für die Installation verändert und mit einer Tonanlage bestückt wird.

Klangliche Eigenheiten

"Radio Ratiras" richtet die Aufmerksamkeit auf die klanglichen Eigenheiten der näheren Umgebung. Klänge der Natur und der Landwirtschaft stehen Verkehrslärm und den Geräuschen verschiedener Industriebetriebe gegenüber. Der Zuhörer soll auf eine reise mitgenommen werden in dessen Zentrum die Tankstelle steht.
Das Mitnehmen eines eigenen Radioempfängers, eventuell mit Kopfhörer, ist gemäss Mitteilung vorteilhaft. Anselm Caminada realisiert die letzte von insgesamt sechs künstlerischen Arbeiten für das Projekt "Tanken Tanken Tanken". Ende Juli wird die Tankstelle dann wieder ihren eigeentlichen Besitzern überlassen.

 
     
 

09. Juni 2006 Die Südostschweiz

Unerhörtes wird an der Landstrasse hörbar

"Tankentankentanken" geht in die letzte Runde: Ab morgen ist zwischen Bonaduz und Rhäzüns eine Arbeit von Anselm Caminada zu sehen - und zu hören.

Von Olivier Berger

Rhäzüns. – Sechs künstlerische Interventionen wollte Matthias Rüegg im Rahmen seines Projekts "Tankentankentanken" an der ehemaligen Tankstelle zwischen bonaduz und Rhäzüns realisieren. Fünf davon waren seit dem April 2004 an der ungewöhnlichen Stätte bereits zu sehen, darunter Arbeiten von Gabriela Gerber und Lukas Bardill, Heidy Baggenstos und Andreas Rudolf sowie von Erik Dettwiler.

Optisch unscheinbar

Morgen um 19 Uhr nun wird die letzte der "Tankentankentanken"-Aktionen eröffnet. Der in Rhäzüns aufgewachsene und heute in Zürich wohnhafte Anselm Caminada stellt sein Projekt unter den Titel "Radio Ratiras". Hatten sich die Duos Gerber/Bardill und Baggenstos/Rudolf gewissermassen architektonisch mit der Umgebung der Tankstelle befasst, so bedient sich Caminada akustischer Mittel, um den Bezug zu seiner einstigen Heimat herzustellen. Zu sehen ist an der Tankstelle nicht viel mehr als ein alter Wohnwagen, der es allerdings im wahrsten Sinne des Wortes in sich hat.
Das äusserlich unscheinbare Gefährt dient Caminada als Sendestation für "Radio Ratiras". In den vergangenen Jahren hat der Künstler in seinem Herkunftsort Geräusche aller Art gesammelt. Eigens für "Radio Ratiras" hat er sich noch einmal zurück nach Rhäzüns begeben und seine Sammlung um Klänge erweitert, die er im direkten Umfeld der Tankstelle eingefangen hat.

Hörend die Augen öffnen

Bei seinen akustischen Forschungsreisen hat sich Caminada auf die klanglichen Eigenheiten der Region konzentriert. Natur- und Landwirtschaftsklänge stellt er den Geräuschwelten von Industrie, Gewerbe und Strassenverkehr gegenüber. "Radio Ratiras" will die Zuhörerinnen und Zuhörer auf eine Reise mitnehmen, in deren Zentrum die Tankstelle steht. Auf akustische Art will Caminada sein Publikum dafür sensibilisieren, die unmittelbare Umgebung anders und neu wahrzunehmen. Auf dem Umweg über die Ohren werden den Zuhörerinnen und Zuhörern gewissermassen die Augen für die Besonderheiten im Alltag geöffnet.
"Radio Ratiras" ist tatsächlich ein eigenständiger Radiosender; Caminada bespielt die Tankstelle nicht über Lautsprecher mit seinen Klangwelten. Hörbar wären die Heimatgeräusche des Rhäzünsers lediglich mittels einem Radioempfänger. Wer ein entsprechendes Gerät mitbringt, kann die Sendungen von "Radio Ratiras" in der Um gebung des Wohnwagens empfangen.
Mit Caminadas Arbeit wird die Serie "Tankentankentanken" abgeschlossen, wie Rüegg betont. Weitere Folgen des ungewöhnlichen künstlerischen Projekts sind derzeit nicht geplant. Ende Juli soll die Tankstelle den eigentlichen Besitzern wieder zurückgegeben werden, erklärte Rüegg auf Anfrage.

 
     
 

09. Juni 2006 Rhiiblatt

"Radio Ratiras" von Anselm Caminada

Anselm Caminada aus Rhäzüns realisiert die letzte von insgesamt sechs künstlerischen Arbeiten für das Projekt "Tanken Tanken Tanken". Ende Juli wird die Tankstelle zwischen Bonaduz und Rhäzüns dann wieder ihren eigentlichen Besitzern überlassen.
Die künstlerische Intervention des in Zürich lebenden und in Rhäzüns aufgewachsenen Soundkünstlers und Musikers Anselm Caminada geht die Rhäzünser Tankstelle bei der Bar "Bonazüns" noch einmal mit völlig anderen Mitteln an: Seit Jahren sammelt der Künstler in seinem Herkunftsort Geräusche. Für seine Intervention "Radio Ratiras" hat sich Caminada nochmals neu auf das unmittelbare Umfeld der Tankstelle konzentriert und seine Sammlung erweitert.
Die Geräusche werden über einen Minisender in komprimierter Form zurück in die Herkunftsumgebung ausgestrahlt. Die Sendung kann auf Radios in der näheren Umgebung empfangen werden. Besucher, welche mit einem portablen Empfänger ausgerüstet sind, können sich frei in der Umgebung rund um die Installation bewegen. Als Sendestudio dient ein bei der Tankstelle parkierter Wohnwagen, der nur minimal für die Installation verändert und mit einer Tonanlage bestückt wird.
"Radio Ratiras" richtet die Aufmerksamkeit auf die klanglichen Eigenheiten der näheren Umgebung. klänge der Natur und der Landwirtschaft stehen Verkehrslärm und den Geräuschen verschiedener Industriebetriebe gegenüber. Der Zuhörer soll auf eine Rundreise mitgenommen werden, in dessen Zentrum die Tankstelle steht. (Das Mitnehmen eines eigenen Radioempfängers, evtl. mit Kopfhörer ist vorteilhaft.) (rhi)

 
     
 

03. März 2006 Rhiiblatt

Kiosk steht vor kurzem Leben

Im Endspurt befinden sich auf diesem Bild die Macher des neuesten Kunstprojekts an der ehemaligen Tankstelle zwischen Bonaduz und Rhäzüns.
Es ist der vergangene Samstag, kurz vor der feierlichen Einweihung. Der längst abgetragene Kiosk und die Zapfsäulen sind auf Initiative von Heidy Baggenstos und Andreas Rudolf in ursprünglichen Dimensionen wieder auferstanden. Nicht aus Stein und Glas, sondern aus Eis und Schnee. Es ist also die Witterung, die massgeblich darüber entscheidet, wie lange diese bis am Montag, 13. März geplante, sogenannte Intervention in der geschaffenen Form bestehen bleibt. (tk)

 
     
 

01. März 2006 Bündner Tagblatt

Kiosk aus Schnee wieder aufgebaut

Seit dem vergangenen Samstag steht der Tankstellenkiosk und die Zapfsäulen an der Via Nova in Rhäzüns wieder: eine Intervention von Heidy Baggenstos und Andreas Rudolf.
Aus Schnee und Eis haben die beiden Interventionskünstler Heidy Baggenstos und Andreas rudolf den Tankstellenkiosk und die Zapfsäulen an der Via Nova in Rhäzüns im Rahmen ihrer Arbeit "Ablation Am Ae" wieder aufgebaut. Die nachdem der Kiosk in der Intervention "Take Away" bis auf die Grundstrukturen abgebaut wurde.
Das Künstlerduo greift in seiner Arbeit die Fragen nach den Bedingungen und Folgen heutiger Mobilität auf, aber auch Fragen nach der erinnerung und dem, was bleibt, wenn etwas verschwindet. Verschwindet Schnee, so wird dies in der Meteorologie als Ablation bezeichnet. Die Installation dauert bis zum 13. März, ist aber witterungsabhängig, je nach Ablationsvolumen pro Tag.

 
     
 

25. Februar 2006 Bündner Tagblatt

Flüchtiges Auftanken

Nachdem der Tankstellenkiosk an der Via Nova, Rhäzüns in der intervention "Take Away" (im Rahmen von "Tanken Tanken Tanken") bis auf die Grundmauern abgetragen wurde, lassen Heidy Baggenstos und Andreas Rudolf diesen in ihrer ursprünglichen Lage und Grösse wieder auferstehen. Aus Schnee und Eis bauen sie im Rahmen ihrer Arbeit "Ablation Am Ae" den kiosk und die Zapfsäulen wieder auf und geben dem brachliegenden Ort Teile seiner ursprünglichen Bestimmung zurück. An der Eröffnung, heute Samstag, 25. Februar um 17.30 Uhr, wird das Künstlerduo ihre eigens für das Projekt gestaltete Vignette für Nebenstrassen und Schleichwege verkaufen. Die Witterung bestimmt, wie lange die Tankstelle bestehen wird und bewirkt, dass die Tankstelle, kaum ist ihr erneute (künstlerische) Aufmerksamkeit zuteil geworden, sich zu einer Erinnerung verflüchtigt. Planmässig dürfte die Intervention bis zum 13. März zu sehen sein. (bt)

 
     
  24. Februar 2006 Rhiiblatt

Vignette für Nebenstrassen und Schleichwege

Am Samstag, 25. Februar, um 17.30 Uhr findet an der Via Nova 2 bei der "Bar Bonazüns" in Rhäzüns ein Kultur-Opening statt. es werden Installationen von Heidy Baggenstos und Andreas Rudolf vorgestellt. Die Präsentation wird im Rahmen des Projektes für Kunst im öffentlichen Raum "Tanken Tanken Tanken 2004-2006" durchgeführt.
Aus Schnee und Eis bauen Baggenstos und Rudolf den kiosk und die Zapfsäulen wieder auf. Es ist eine trügerische Auferstehung, denn kaum aufgebaut, beginnt schon der Prozess der Auflösung... An der Eröffnung verkauft das Künstlerduo die eigens für das Projekt gestaltete Vignette für Nebenstrassen und Schleichwege. (gi)
 
     
  24. Februar 2006 Die Südostschweiz

Auf Zeit wieder ein Kiosk

An der Tankstelle zwischen Rhäzüns und Bonaduz wird morgen die neue Intervention von "Tanken Tanken Tanken" eröffnet. Ein vergängliches Vergnügen.

obe.- Die Tankstelle an der Via Nova zwischen Bonaduz und Rhäzüns erhält wieder einen Kiosk. Nachdem das Gebäude bei der Kunstintervention "Take Away" zum Auftakt der Serie "Tanken Tanken Tanken" vor rund zwei Jahren bis auf die Grundmauern abgetragen wurde, wird der Kiosk jetzt von Heidy Baggenstos und Andreas Rudolf in der ursprünglichen Form wieder aufgebaut. Von allzu grosser Beständigkeit wird er allerdings nicht sein: Gebaut wird mit Eis, und das Tauwetter allein bestimmt die Lebensdauer des Gebäudes.
"Ablation Am Ae" nennen Baggenstos und Rudolf ihre Arbeit, die mittlerweile fünfte des "Tanken Tanken Tanken"-Projekts. Dabei bedienen sich die beiden Künstler eines Begriffs aus der Meteorologie. Dieser bezeichnet mit Ablation das Verschwinden von Schnee; Am meint das Verflüchtigen durch Schmelzen, Ae jenes durch Verdunsten.

Die Vergänglichkeit als Thema

Mit ihrer inszenierten Schneeschmelze an einer Tankstelle werfen Baggenstos und Rudolf zum einen naheliegende Assoziationen auf. Zum Beispiel jene, dass die steigende Mobilität der Menschen zur Klimaerwärmung beiträgt und dabei die Polkappen und Gletscher verschwinden lässt. Auf einer subtileren Ebene nähert sich das Künstlerduo aber auch dem Kunstbegriff. mit der Vergänglichkeit von Kunstwerken haben sich in der Vergangenheit verschiedene Künstler befasst, darunter in den Achzigerjahren Corsin Fontana mit seinem dem Verbleichen geweihten Zyklus "Das Auslöschen der Bilder durch die Zeit". Baggenstos und Rudolf werfen mit Ihrer Arbeit ebenfalls die Frage auf, was bleibt, wenn Kunst vergangen ist.

Eine bleibende Erinnerung

Zumindest die Besucherinnen und Besucher der Eröffnung "Ablation Am Ae" werden eine bleibende Erinnerung an die temporäre Auferstehung des Tankstellen-Kiosks mit nach Hause nehmen können. Baggenstos und Rudolf verkaufen ab 17.30 Uhr ein eigens für diesen Anlass gestaltetes Objekt: ihre so genannte "Vignette für Nebenstrassen und Schleichwege", welche sich optisch an die Autobahnvignette anlehnt und das Tankstellen-Thema spielerisch aufgreift.